Mit der Subliminal Sessions im Pacha ist er wohl länger Resident-DJ auf einer Party als sonstjemand auf der Welt. Seit mehr als 10 Jahren ist Erick Morillo ein fester Bestandteil der Partyszene der weißen Insel.

Spotlight: Das Motto für die Subliminal 2009 lautet 'Be Bad' - wo kommt die Idee her, auch für all die Bilder, die wir auf den Werbetafeln auf Ibiza sehen?
Erick: Es geht um eine Idee, die ich Anfang des Jahres hatte, darum, loszulassen, es gibt so viele Probleme in der Welt, nicht nur wirtschaftlich, und da dachte ich, es wäre gut, den Leuten eine Idee vom Loslassen zu geben, davon, alle Probleme zu vergessen, wenn sie zu meinen Partys kommen und einfach nur eine gute Zeit zu haben. Es geht auch darum, mal böse zu sein, denn jeder mag das! Uns allen gefällt das Gefühl, mal etwas Schlimmes zu tun, das Gefühl der Unverfrohrenheit dabei.
Wie läuft die Saison 2009 bisher?
Nur in der zweiten Woche waren die Zahlen 2 % runter, ansonsten haben wir uns im Vergleich mit dem Vorjahr sogar gesteigert. Der Juni war ein toller Monat hier auf der Insel und es lief tatsächlich sehr gut. Wir haben großes Glück, dass wir die Party schlechthin für den Mittwochabend sind und die Leute kommen, um hier die beste Musik der Insel zu hören. Ich hab das Gefühl, unsere Clubber kommen wirklich wegen der Musik. Und ich bin sehr froh darüber, dass nach 8 Jahren immer noch über unsere Party gesprochen wird und die Art und Weise, wie. Es war eine tolle Saison bisher!
Wie haben sich die Mittwochabende im Pacha geändert in den 8 Jahren, die du nun da bist?
Die Musik hat sich verändert, das was für mich House ist, hat sich in den letzten 8 Jahren verändert, und die Gäste sind auch total anders. Früher haben wir uns auf einen bestimmten Musikstil konzentriert, jetzt geht es bei der Subliminal mehr grundsätzlich um gute Musik, nicht nur um Funky House oder so. So legen bei uns nun DJs wie Ali Dubfire, M.A.N.D.Y., Annie Mac auf, die eigentlich nicht unbedingt zum Subliminal-Stil passen - aber darum geht es eben heutzutage. Wir wollen gute Musik haben, von DJs, die die Musik spielen, wie wir mögen, und das ist nicht nur Soulful House oder Funky House. Mein Spielen hat sich auch verändert, auch musikalisch durch die Gäste.



Dubfire M.A.N.D.Y. Annie Mac
Was sind die letzten Neuigkeiten von deiner Plattenfirma, du hast vor kurzem die 200. Platte veröffentlicht - können wir da noch mehr erwarten?
Wir haben gerade eine Umstrukturierung abgeschlossen und arbeiten jetzt mit Defected und Strictly Rhythm zusammen, haben eine Vereinigung der drei Plattenfirmen vorgenommen - dadurch haben wir nicht so viel veröffentlicht wie sonst, nur 3 oder 4 Platten. Jetzt, wo der Vertrag unter Dach und Fach ist, sind wir wieder im alten Tempo und veröffentlichen 2 Platten im Monat. Wir haben grade Subliminal Summer Sessions 2009, von mir gemixt, herausgegeben, eine Compilation mit der besten Musik, die ich zur Zeit auflege. Wir haben außerdem eine ganze Reihe von Titeln veröffentlicht, zuletzt “I Get Lifted” mit Deborah Cooper, sie war Sängering bei C&C Music Factory - und ein anderer ist mit Richard Grey in Arbeit, der kommt Ende August raus. Es gibt eine Platte von den britischen Jungs, 747, die ist einfach nur klasse. Außerdem haben wir Remixe von Shiny Disco Balls rausgebracht und unsere 200. Veröffentlichung, ‘Believe’ mit Remixes von Harry Choo Choo und Antoine Clamaran. Ich bin sehr zufrieden mit unseren Veröffentlichungen, alle laufen gut und jeder ist wieder zurück beim Label, wir sind wieder da, wo wor vor anderthalb Jahren waren. Also, da könnt ihr noch jede Menge erwarten, im August kommt eine digitage Compilation mit Mixen von Richard Grey und im Oktober eine Winter Sessions Compilation mixed by Steve Angello von der Swedish House Mafia.
Classic Subliminal Records Release:
SUB19: Da Mob featuring Jocelyn Brown - It's All Good (Full Intention Remix) - hört mal rein!
Wenn man hört, wie du über dein Label sprichst, merkt man, mit wieviel Leidenschaft du noch bei der Sache bist. In den letzten Jahren hörte man aber auch, du würdest dich zur Ruhe setzen - stimmt das?
Das hatte ich eigentlich vor, mit 35. Ich wollte nicht ganz aufhören, es nur langsamer angehen lassen, mit vielleicht einer oder zwei Partys im Monat, auch mal nicht auf Ibiza - und ich wollte mich aufs Schauspielern konzentrieren, das ist etwas, was ich immer schon gerne machen wollte. Aber es lief alles grade so gut - und ich muss sagen, ich lasse es schon ruhiger angehen. Meine Lebensqualität hat sich definitiv verbessert, ich habe tolle Mitarbeiter um mich und der Stress ist nicht so groß wie vorher. Insofern weiß ich noch nicht, wann ich mich zur Ruhe setzen werde und wann ich mich auf die Schaupielerei konzentrieren kann, wie ich es möchte - aber im Moment bin ich glücklich mit dem was ich tue.
Erzähl und mehr vom Schauspielern - was hast du da geplant?
Das hab ich immer schon nebenbei gemacht, ich habe bei einigen Independent Films mitgespielt, ich hatte Schauspielunterricht, ich habe einen persönlichen Lehrer... Ich hatte immer schon eine Leidenschaft dafür, aber ich konnte nie wirklich Zeit darein investieren, da ich seit ich 21 bin, ständig auf Tour bin, ununterbrochen. Wenn man ernsthaft schauspielern will, muss man zu Castings gehen, man muss vor Ort sein und nicht vier Monate im Jahr auf Ibiza und jedes Wochenende unterwegs. Man muss in LA wohnen und das Ganze leben - und dazu hatte ich bisher nicht die Zeit. Also, es ist eine Leidenschaft von mir, aber das ist die Musik auch. Und mein Arbeitsplan ist definitiv nicht mehr so voll und ich genieße das Leben mehr.
Nach den Madagaskar-Filmen kam dir doch sicher mal der Gedanke, nie wieder zu arbeiten, oder?
Ich habe in den letzten Jahren viel Geld damit verdient und das war toll, weil das Geld war, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Aber noch toller daran ist, dass wir durch die Filme bei einer völlig neuen Generation bekanntgeworden sind. Die Kinder im Alter von 5, 6, 7, 8, 9…..Wenn die jetzt aufwachsen, kennen die den Song und das ist einfach klasse - man ist Teil einer völlig neuen Phase!
Welche Ziele hast du noch in der Dance Music?
Ich will einfach das beste von allem machen und das vereinigen. Ich will die beste Plattenfirma haben, der beste DJ sein, ganz oben mitspielen und sehen, wie lange ich da mithalten kann. Ich kenne jede Menge Leute aus der Branche, die mit dabei waren, ihr Ding gemacht haben - und irgendwann war es Zeit für diese Leute, weiterzuziehen. Ich hab noch nicht das Gefühl, diesen Punkt erreicht zu haben. Ich schaue mich um und sehe, was die anderen machen und ich muss sagen, nicht viele Leute machen das, was ich mache, nur wenige können so abrocken wie ich, nur wenige können in der Crowd so lesen wie ich und solch eine Atmosphäre erschaffen. Ich habe immer noch die Leidenschaft dafür, das ist worum sich alles dreht, ich liebe meine Arbeit... und ich hätte gerne noch ein paar mehr Hits, Titel, die im Untergrund anfangen wie ‘I Like to Move It’ und die dann immer bekannter werden und schließlich ein finanzieller Erfolg. Mal gucken, was da noch alles passiert!
Hörst du noch mal was von Mad Stuntman, was macht er heute?
Klar, alle 6 Monate ist er hinter mir her und fordert seine Tantiemen ein *lacht*, also klar sehe ich ihn! Er hat sein eigenes Studio und macht da Reggae, keine Dance Music mehr, er macht sein eigenes Ding. Und tatsächlich, pünktlich alle 6 Monate ruft er mich an und kommt rum, um seinen Scheck abzuholen.
Andere ehemalige Pacha-Resident-DJs wie Roger Sanchez und Pete Tong haben den Club in den letzten Jahren verlassen und sind weitergezogen. Ich weiß, dass du selber viel ins Amnesia gehst, wie wäre es mal mit einer Subliminal auf der Amnesia Terrace?
Ich liebe das Amnesia und ich liebe die Terrasse..... Aber das Pacha ist mir mich wie Familie, wie du weißt, gehört mir ein Pacha in New York und ich habe die Lizenz für Nordamerika. Ich komme wirklich gut mit allen im Pacha klar und liebe, was ich dort habe. Klar, keiner weiß, was in der Zukunft passiert, aber im Moment bin ich sehr glücklich da, wo ich bin. Ich liebe die Atmosphäre, die wir im Pacha geschaffen haben und ich mag das Pacha grundsätzlich für alles, was es ist.
Veröffentlicht 21 Jul, 2009. Grego
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