Nicht viele können von sich behaupten, für einen Grammy nominated zu werden. Morgan Page kann und wir haben nicht nur ein Interview, sondern auch einen Podcast von ihm ergattert.
Ibiza Spotlight: Morgan, wo bist du grade?
Morgan Page: In meinem Studio in Los Angeles - zur Vorbereitung für meine Album-Tour durch Nordamerika, in ein paar Wochen geht es los.
Wie war 2009 für dich und was sind deine Pläne für 2010?
2009 war ich so beschäftigt wie noch nie - ich habe mein eigenes Album mit 13 Songs aufgenommen, Dutzende von Remixen fertiggestellt und überall von Australien bis Brasilien aufgelegt."The Longest Road (Deadmau5 Remix)" wurde für einen Grammy nominiert und außerdem war ich auch für zwei IDMA Awards bei der Winter Music Conference in Miami nominiert. Und für 2010 bin ich vor allen Dingen unheimlich aufgeregt, was die Welt von meinem neuen Album halten wird. Es hat einundeinhalb Jahre gedauert, bis es fertig war und ich denke, diese Songs werden die Zeiten überdauern/sind zeitlos.
Du wohnst in LA, was ist dort und generell in den Staaten in der Clubbingszene und der Musik anders als in anderen Teilen der Welt?
Ich finde die Szene hier setzt sich hauptsächlich aus anderen Kulturen zusammen, die ihre Art des Clubbens mit in die Staaten bringen, besonders hier in LA. Hier gibt es eine wirklich interessante Mischung an Leuten, die die Dancemusik lieben. Aber der "Durchschnittsamerikaner", der seit Generationen hier lebt, ist den Club-Lifestyle nicht gewohnt und versteht ihn nicht recht, da er nicht so zugänglich ist wie Pop und Hip-Hop. Gott sei Dank hört man im Radio jetzt viel diese Mischung aus House, Hip-Hop und Pop, dadurch bekommt die Dance-Musik mehr Aufmerksamkeit. In Europa hat man meiner Meinung nach diese auf ein ganz anderes Level gehopen und die Qualität des Materials europäischer Produzenten ist erstaunlich. Mir gefällt am besten Musik aus Großbritannien, Holland, Schweden, Deutschland und auch Australien.
Du Songs weltberühmter Künstler wie Yoko Ono, Madonna und La Roux geremixt. Hast du eine besondere Herangehensweise an jeden Remix?
Jeder Remix muss anders angepackt werden. Ich mixe es immer wieder und experimentiere einfach herum - aber ich versuche immer, den Song auf ein neues Level zu heben, ihm neues Leben zu geben. Bei jeden Mix schalte ich normalerweise alles außer den Vocals stumm und bilde dann neue Accorde und Arpeggios um diese Führungsspur herum. Bei einigen Remixen bringe ich neue Akzente hinein, indem ich die Vocals aufbreche und die Noten in eine andere Reihenfolge bringe, oder ich ändere das Arrangement, um es zu verbessern oder einfach tanzbarer zu machen. Die meisten meiner Remixe sind heutzutage sehr aufs Clubben fokussiert, aber manchmal gefällt es mir auch einen Downtempo- oder Midtempo-Mix zu machen.
Wirst du in Zukunft mehr Zeit mit einer deiner Tätigkeiten verbringen (DJing, Remixing oder eigene Produktionen)?
Ich werde wahrscheinlich mehr auflegen, um das neue Album zu supporten, vielleicht auch eine Live-Show für Festivals aufbauen. Ich habe auf der ganzen Welt gespielt, aber in vielen europäischen Ländern hatte ich noch nicht die Chance dazu. Was das Produzieren betrifft, ich liebe das Remixen, aber ich werde mich in den kommenden Jahren mehr auf eigene Produktionen konzentrieren.
Was findest du in der Dance Music Culture momentan interessant? Und was magst du nicht?
Ich mag Typen wie Deadmau5, die gegen den Strom schwimmen und wirklich ihr eigenes Ding machen. Die machen eine wirkliche Live-Erfahrung aus ihren Shows, nicht nur denselben alten DJ-Set. Mir gefällt es nicht, dass Dance Music so schnell veraltet ist und jeder immer nur den aktuellen Sound hören will. Ich mag eher Songs, die sich über Jahrzehnte halten.

Morgan and Deadmau5
Welcher DJ ist dein Idol?
Wahrscheinlich Pete Tong. Einfach schon wegen der Tatsache, dass er einen Künstler promoten kann und dann mit diesem alle Rekorde bricht. Außerdem gibt es eine Reihe von Strictly Club DJs, die mir gut gefallen: Axwell, Dirty South, Mark Knight.
Da wir gerade ein neues Jahrzehnt begonnen haben - wo warst du vor 10 Jahren?
Vor 10 Jahren habe ich meine erste Vinyl-Platte produziert, "Maple Grooves EP" bei Fiji Recordings. Ich hab während des Sommers in New York ein Praktikum gemacht und die haben mir meine erste Chance verschafft, indem sie denen monatelang mein Demo-Tape vorgespielt hatten.
Auf welche Erfolge des letzen Jahrzehnts bist du besonders stolz?
Die Grammy Nomination für den "The Longest Road Deadmau5 Remix", die IDMA Nominations und Remixe für Madonna und andere - das ist alles toll, aber ich denke am stolzesten bin ich einfach auf die Songs, die ich geschrieben habe und die Reaktionen der Menschen darauf, die ich auf der Straße treffe.
Unsere Besucher können jetzt ja einen exklusiven Podcast hören, den du für exklusiv für Spotlight gemacht hast. Wie würdest du jemandem, der dich noch nie hat spielen hören, deinen Sound erklären?
Mein Stil ist sehr progressiv, techy und melodisch - mit vielen Vocals.
Veröffentlicht 20 Jan, 2010. Spotlight
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