Interview mit Steve Lawler

Tickets für Kehakuma @ Space

Für seinen düsteren und perkussiven Sound ist er bestens bekannt - wir sprechen mit dem DJ und Produzenten Steve Lawler über sein soeben erschienenes Album Lights Out - Decade, mit dem er das zehnjährige Jubiläum der Serie feiert.

Spotlight: Erzähl uns etwas über das neue Album Lights Out Decade!

SL:  Nun, es nennt sich Lights Out Decade, weil es ziemlich gut zu meinem Sound passt, für den ich bekannt bin. Bereits vor Jahren habe ich diesen düsteren Sound gespielt, bei dem die Tracks rund um den Rhythmus herum konstruiert werden. Man nannte es damals Tribal, aber grundsätzlich ging es einfach um den Rhythmus, der die Schlüsselfigur der Tracks spielt. Seitdem ist ein Jahrzehnt vergangen und plötzlich ist genau dieser Sound wieder voll im Trend. In dieser Musikszene drehen sich die Trends immer im Kreise und kommen also auch irgendwann zurück. Und so sind nun diese perkussiven Tracks wieder sehr en vogue. Es passt daher wunderbar, dass ich das zehnjährige Jubiläum der Lights Out-Serie gerade jetzt feiern kann. Ich hab nun also eine CD voll mit neuer Musik von neuen Produzenten, der Groove ist aber typisch "Lights Out" geblieben!

 

Inwiefern unterscheidet sich diese Release nun zu früheren Ausgaben der Lights Out Serie? 

Das gesamte Album wurde so zusammengestellt, dass ich die einzelnen Tracks alle entweder neu editiert oder sogar neu arrangiert habe. Einige der Tracks sind exklusiv und werden nur auf diesem Album erscheinen. Ein wichtiger Teil der ganzen Produktion war somit die Programmierung der Musik, damit das Album seinen ganz eigenen Sound hat. In einigen Fällen bedeutete dies, einen Track komplett neu zu arrangieren. Weiter habe ich im Mix gewisse Sounds ein bisschen überdeckt, um die CD klangmässig schön abzurunden.    

Mir war sehr wichtig, dass das Album vom Start bis zum Ende einen schönen Flow hat. Der Sound baut sich über die erste CD kontinuierlich auf und dieser Spannungsbogen geht dann nahtlos in die zweite CD über. Am Ende der zweiten CD sieht bzw. hört man dann so etwas wie "das Licht am Ende des Tunnels" und das war natürlich so geplant, denn das repräsentiert auch einen echten Set von mir innerhalb von Lights Out. Bei früheren Mix-CDs habe ich soundmässig manchmal ziemlich unterschiedliche Dinge innerhalb einer CD gemacht, aber diesmal ging es mir wirklich darum, einen Set zu zeigen, den man von mir so auch in einem Club hören kann. Auf dem Album wimmelt es von Tracks von grandiosen Produzenten und ich bin echt super glücklich mit dem Resultat.

Was denkst du war die grösste Veränderung in der Szene in den letzten zehn Jahren?

SL: Die Szene hat ein paar dramatische Veränderungen hinter sich und ich denke, die wichtigste war die Geburt der virtuellen Musik. Das hat die Industrie in ihren Grundfesten erschüttert und hat sie komplett verändert vom Standpunkt eines Musiklabels gesehen. Es änderte auch die Art und Weise, wie man als DJ auf Tour sein kann, reisen kann und auch, wie man als DJ auftritt. Eine Szene innerhalb der Szene wurde geboren und als DJ kann man heutzutage einfach mit einem Laptop rumreisen, statt ständig vier Plattenkoffer mitzuschleppen. Mit den Veränderungen und den neuen Möglichkeiten, die Sounds zu verändern, hat sich auch der Job des DJs etwas verändert. Ich glaube künftig ist es unsere Aufgabe, so einzigartig wie möglich zu sein und mehr als Künstler aufzutreten. Die Veränderungen in der Szene sind wirklich aufregend und ich habe sie immer unterstützt. Ich akzeptiere alles Neue und versuche, es als Chance zu sehen, anstatt es zu bekämpfen. 

Waren für dich also alle Veränderungen positiv?

SL: Ja, alle Veränderungen waren gut. Ich war schon in der Branche, als Vinyl noch das Nonplusultra war. Damals ging man in den Plattenladen und kämpfte sich durch einen Haufen von wunderschönen Vinylplatten. Die Import-Platten waren zusätzlich noch in Klarsichtfolie eingepackt. Natürlich war das sehr authentisch und jede Platte war ein echtes Stück Kulturgut. Diesen Aspekt vermisse ich heutzutage schmerzlich. Ich vermisse es hingegen überhaupt nicht, Plattenkoffer mitzuschleppen (lacht). Aber die Szene hat einige tolle Veränderungen hinter sich. Ich würde es hassen, wenn alles immer beim Alten bleibt, weil ich dann zu Tode gelangweilt wäre. Ich bin ein Mensch, der in seinem Leben Veränderungen braucht. Ich denke, der Prozess von Veränderungen und Entwicklungen ist ein sehr kreativer und das inspiriert und stimuliert mich.

Wie sind deine Ibiza-Pläne für diesen Sommer? 

Ich werde diesen Sommer hauptsächlich im Space spielen. Ich glaube, ich habe dort insgesamt elf Auftritte. Einige bei der Kehakuma, einige bei We Love, ein paar Viva Partys, je ein Auftritt bei Carl Cox und der Come Together und natürlich spiele ich auch bei der Opening- und Closing-Party des Clubs. Dann werde ich auch einmal im Pacha spielen zusammen mit meinem Freund Pete Tong. Ihr seht, ich bin also diese Saison ziemlich oft an den Reglern auf der Insel anzutreffen. Und ich freue mich sehr darauf, Ibiza ist für mich der beste Ort der Welt, ich habe noch nie einen derart speziellen Ort kennengelernt wie Ibiza!

 

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Veröffentlicht 23 Jun, 2011. Kelly Thorpe

Tags: SpaceKehakumaIbiza FeatureIbiza NachrichtenInterview

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