Review: Ibiza Rocks presents The Streets

Wie wenn ein Abend mit Mike Skinner, dem Mann, der förmlich vor Lyrik sprudelt, nicht genug wäre, wurden wir - die Crowd - zusätzlich noch von einem All-Star-Line-Up in Form von seiner Band verwöhnt.

Bevor ich euch aber erzähle, wer diese Leute waren, muss ich euch erst sagen, dass ich der Bühne ziemlich nah stand und trotzdem alle verpasste...aber die Stage war auch stets gut eingenebelt. Erst ganz am Ende der Show informierte uns Mike, dass Liza Minelli an der Lead-Gitarre war (sie hatte noch ein paar Schönheitsoperationen mehr hinter sich und sah fantastisch aus...und wie ein Mann), Freddie Mercury am Keyboard (warum das nicht wahr sein kann, muss ich euch wohl nicht erklären), Grace Jones am Bass und am Mikro (keine Chance!), David Guetta an den Decks (der wohl gerade eine Pause machte davon, die Musikindustrie komplett zu übernehmen und wieder neue beste Freunde zu machen) und zum Schluss...Carl Cox am Schlagzeug (das machte de Facto auch Sinn. Ich mag diese Vorstellung). Scheint mir die ultimative Band zu sein...

So, nach dieser doch ziemlich langen Einführung, wer denn nun auf der Bühne war oder auch nicht, können wir mit dem eigentlichen Rückblick beginnen. Erstmal kann gesagt werden, dass Mike Skinner in Topform war und sich auf der Bühne offensichtlich pudelwohl fühlte. Er schlenderte auf der Bühne rum und liess verlauten "Ich trink jetzt eine Lucozade und habe ein paar kleine Helferlein in der Tasche für später". Tausende von Leuten auf der Insel beginnen jeweils mit einem ähnlichen Statement ihre mit Freude, Wonne und Überraschung gefüllten Nächte. Deswegen glaube ich, dass Mike einer von uns ist; ein Musikfan und einer, der gerne einen drauf macht. Fantastisch!

Die Songliste war lang und beeindruckend: Alte Hits wie "You’re fit but my gosh don’t you know it" und "Dry Your Eyes Mate", wunderschön performt von Mister Skinner und Co., während sie die Aussicht auf die Unmengen von halbnackten Ladies auf den Balkonen über dem Innenhof des Ibiza Rocks Hotel genossen. Es sah fast so aus, als wolle Mike einen Krawall anzetteln, als er die Leute auf den Balkonen dazu animierte, die Toilettenpapierrollen von den Zimmern auf die Bühne runterzuwerfen. Schockierend. Aber wir auf dem Presse-Balkon gehorchten natürlich. Weiter kündete er an, er würde dem Glücklichen, der es schaffte, ihn am Kopf zu treffen, eine Flasche Champagner offerieren. Aber so sehr wie wir es auch versuchten, niemand traf ihn und so ging die Flasche Sekt stattdessen an die besten Balkontänzerinnen (die zufälligerweise auch die am leichtesten bekleideten waren) und an die Jungs ganz oben mit den Laser Pointers (zu Beginn von Mike "Scharfschützen" genannt).   

Während Mike versuchte, ein ganzes Hotelzimmer des Ibiza Rocks Hotel auf der Bühne nachzustellen, indem er alle notwendigen Gegenstände zu sich runterwerfen liess ("ich brauche eine Bibel!" war zu hören), kam die Crowd in den Genuss von einigen der neueren Songs wie "Going Through Hell" vom fünften und letzten Streets-Album "Computers and Blues". Diese Songs kamen auch sehr gut an und, auch wenn sie vielleicht nicht den selben Mitsing-Effekt hatten, als einige ihrer besser bekannten Tunes, tat dies der Stimmung keinen Abbruch.

Natürlich ist dies eine persönliche Meinung, doch es kommt echt selten vor, dass ich an ein Konzert gehe und jeden Song liebe, der gespielt wird. Normalerweise gibt's immer einen Track oder zwei, die ich nicht so mag. Doch überraschenderweise gefiel mir echt alles, die bekannten Favoriten wie auch die unbekannteren Stücke. Ehrlicherweise muss ich jedoch zugeben, dass ich keines seiner Alben besitze. Ich habe aber viel von seinem Material gehört und obwohl der Typ bloss auf ganz einfache Art davon redet, was er erlebt oder getan hat, wie er denkt; die Wörter kommen an. Ich kann mich damit identifizieren. Ich hab's vorhin schon erwähnt in diesem Artikel: Er ist einfach einer von uns.  

Veröffentlicht 16 Sep, 2011. James Chapman

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