Top 5: Regeln für das Arbeiten auf Ibiza 2011

Viele haben schon mal drüber nachgedacht, einen Sommer auf Ibiza zu arbeiten. Ist das nur ein Wunschtraum oder tatsächlich machbar? Hier unser Rat für alle, die es probieren wollen.

Diesen Bericht haben wir für alle über achtzehn geschrieben, die es 2011 endlich mal probieren wollen: Einen ganzen Sommer auf Ibiza zu bleiben und hier zu jobben. Diese Top-5-Regeln beruhen auf jahrelanger Erfahrung auf beiden Seiten, sowohl als Arbeitnehmer als auch als Arbeitgeber.

******BALEARISCHER KLASSIKER *******   Schon mal zum Einstimmen!

Regel Nr. eins:

Bereitet euch vor - Geht in unsere Foren und fragt die anderen Mitglieder, was ihr wissen wollt. Falls ihr bestimmte Fähigkeiten oder Interessen habt (zum Beispiel Windsurfen, Tauchen, auf Stelzen gehen, Tanzen), findet heraus, wo diese gebraucht werden und stellt per E-Mail schon einen Kontakt her. Lernt wenigstens etwas Spanisch! Stellt euch auf Behördengänge ein, zum Beispiel, in Ibiza-Stadt die sogenannte NIE-Nummer bei der Polizei (Policia Nacional) zu beantragen - die meisten Arbeitgeber verlangen diese. Bereitet einen aktuellen Lebenslauf vor. Macht schon zu Hause jede Menge Kopien davon, ebenso von eurem Pass. Nehmt reichlich aktuelle Fotos von euch mit.

Regel Nr. zwei

Man muss auf der Insel sein! Erwartet nicht, einen Job zu haben, bevor ihr nach Ibiza kommt. Falls ihr nicht als Reiseleiter arbeitet und schon in eurem Heimatland ein Bewerbungsverfahren dafür durchlaufen habt, werdet ihr einen Job meist erst hier nach einem persönlichen Vorstellungsgespräch bekommen, das gilt vor allen Dingen für alle Jobs in Bars, Restaurants und Clubs.

Regel Nr. drei

Also, du hast es geschafft, du bist hier. Jetzt was? Nun musst du los und dich präsentieren! Niemand wird dir einen Job geben, wenn du den ganzen Tag am Strand abhängst oder die Nächte durchfeierst. Du musst:

a) Den Mut und das Durchhaltevermögen haben, von einer Bar zur nächsten zu gehen und dort nach einem Job zu fragen, ohne Ausnahme, auch wenn grade viele Leute da sind, dich beim Anblick der coolen Besitzer der Mut verlässt oder sonstwas... Geh zu jedem Einstellungstag, von dem du erfährst. Sei dir nicht zu schade, in jedem Restaurant zu fragen, ob du dort als Küchenhilfe arbeiten kannst...

b) Hab Köpfchen und stell dich schlau an, damit sie dir den Job auch geben. Nur Mut alleine reicht nicht, man muss sich auch schon gut verkaufen. Heb deine Ausbildung hervor, deine Erfahrung als Schichtleiter bei McDonalds oder die Tatsache, dass du einen Führerschein hast.

c) Sei stark, hab ein dickes Fell und zeig Rückgrat. Man wird dich wegschicken, spanische, deutsche, englische Bar- und Restaurantbesitzer werden dich unfreundlich anmeckern, du wirst jede Hoffnung verlieren, jemals einen Job zu finden, du wirst dich so sehr nach den Annehmlichkeiten von zu Hause sehnen, wie du es nie für möglich gehalten hättest... Halt durch, Augen zu und weitermachen, motiviere dich immer wieder neu. Ich bin fest davon überzeugt, dass es für jeden, der wirklich, wirklich einen Sommer hier auf Ibiza arbeiten will und bereit ist, dafür (fast) alles zu tun, jede Menge Möglichkeiten gibt. Die Insel ist deins!

Regel Nr. vier

So, schnell mal zusammenfassen: Du hast dich vorbereitet, du bis auf der Insel und hast es nach langen Anstrengungen tatsächlich geschafft, einen der Sommerjobs zu ergattern. Jetzt arbeitest du wie ein Sklave, nur um deinen Traum zu erfüllen. Falls du so weit gekommen bist, toll, herzlichen Glückwunsch! Nun schmeiß diese Gelegenheit nicht leichtfertig weg!! Du wärst nicht der Erste, der auf einer 3-Tages-Partytour Unmengen an Geld ausgibt, danach nicht zur Arbeit erscheint, seinen Job verliert und Schwierigkeiten hat, überhaupt noch die Kohle für den Rückflug zusammenzukratzen... Mach dir deine Chance nicht selber kaputt!

Regel Nr. fünf

Vergiss nicht, warum du nach Ibiza gekommen bist! Wolltest du jeden Tag am Strand liegen? Die Insel entdecken? Neue Leute kennenlernen? Sprachen lernen? Wild feiern? Geld verdienen? Ein Leben im Ausland aufbauen? Was auch immer der Grund für dich war, dieses Abenteuer zu wagen, verliere diesen nicht aus den Augen, geh keine Kompromisse ein (immer im Rahmen natürlich, zum Beispiel was das Feiern angeht ;-). Du wirst wahrscheinlich den Sommer deines Lebens erleben, neue Freunde finden, zu denen du auch weiterhin Kontakt haben wirst, von diesem Sommer wirst du noch Enkeln erzählen. Mach das Meiste daraus! Alles oder nichts! 

 

Weitere Tipps

Was für Jobs gibt es? - Kellner, Barpersonal, PR für Clubs oder Bars, Tickets verkaufen, Gogo-Tänzer, Performer, Feuerschlucker, Putzfrau oder -mann, Küchenhilfe, Posterankleber, Journalist, Fotograf, DJ, Türsteher, Verkäufer, Koch, Masseur, Friseur, Rezeptionist, Animateur, Tauch-, Tennis- oder sonstige Sportlehrer.....

Verdienst? - Sehr unterschiedlich, aber erwartet in allen Bereichen sehr niedrige Löhne. In einer Bar bekommt man für eine 6-Tage-Woche mit 10-Stunden-Tagen oft so wenig wie 700 - 800 Euro den Monat. Als PR-Mitarbeiter für einen der großen Clubs (Flyer am Strand verteilen, Poster aufhängen etc.) bekommt man ca. 100 - 150 Euro die Woche, dafür arbeitet man aber auch nicht so viele Stunden wie in einer Bar. Grundsätzlich kann man von einem Durchschnittslohn von ungefähr 5 Euro die Stunde ausgehen. 

Ausgaben? - Stört es dich, eine Wohnung mit völlig Fremden zu teilen, die du nie vorher gesehen hast? (Die aber vielleicht auch deine besten Freunde werden...) Oder willst du den Luxus einer eigenen Wohnung? Ein Studio oder Ein-Schlafzimmer-Apartment kostet rund 800 Euro pro Monat. Wer ein Apartment teilt und ein eigenes Zimmer haben will, kann diesen Betrag auf ca. 400 Euro runterschrauben. Wenn du bereit bist, auch das Zimmer zu teilen, wird es noch mal billiger. Frag überall rum oder guck in die Zeitung, es gibt immer Leute, die nach Mitbewohnern suchen. Die Miete ist die größte Ausgabe, und man muss ja auch noch was essen. Und das Ausgehen auf Ibiza ist teuer, auch wenn man auf der Gästeliste steht und keinen Eintritt zahlt...

Nebeneinkünfte? - Die gibt es natürlich. Wenn man in einer Bar oder einem Restaurant arbeitet, isst und trinkt man dort normalerweise umsonst. Viele Bars und Restaurants können dir außerdem einen Freipass für die Clubs besorgen (allerdings nicht für die Cocoon!). Wenn du für einen Club oder eine Party arbeitest, wirst du Teil von diesem oder dieser, bald wirst du durch den VIP-Bereich laufen, als gehöre er dir. Das größte Plus werden aber sicherlich die Leute sein, die du durch die Arbeit und das Leben hier triffst. Wahrscheinlich wirst du dich schnell verlieben oder Dinge mit total fremden Menschen tun, die du zu Hause nicht mal mit deinen besten Freunden getan hättest...  Das ist Ibiza!

Und der beste Tipp zum Schluss: Mach es einfach! Trau dich! Man kann hier in einem Sommer vom Flyerverteiler auf der Straße zum PR-Manager aufsteigen (und viele DJs und die halbe Insel kennen), sei einfach offen, rede mit jedem, den du triffst, sei nett, sei fleißig, werde nicht drogenabhängig, respektiere die Insel und die Einheimischen, sei bereit für das Abenteuer deines Lebens und denk immer daran: Nichts und niemand ist wichtiger als die Insel selber!

Veröffentlicht 20 Jan, 2011. Grego O'Halloran

Tags: Ibiza FeatureIbiza NachrichtenTop 5

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