Sie sind hier

Interview mit den Visionquest-DJs

Alle vier VQ-Jungs sprechen über ihre Musik, ihre Vision und über ihr gemeinsames Showcase im DC10 am 3. August.

Ibiza Spotlight - Facebook

By Spotlight

Ryan und Lee (vorne)

Was steckt hinter dem Namen Visionquest und wie seid ihr auf das Pyramidenlogo gekommen? 

Shaun: Wir begannen, den Namen Visionquest zu benutzen, als Ryans Familie eine abgelegenes Ferienhaus hatte im Norden Michigans. Wir vier zogen uns manchmal dorthin zurück, um gemeinsam Musik zu machen und unsere Ideen zu verwirklichen. Dies beinhaltete auch Rituale wie lange Spaziergänge in den Wäldern und allgemein den Kontakt mit der Natur.

Ryan: Die Idee hinter Visionquest exisitiert seit dem Beginn des menschlichen Bewusstseins und wir richten uns wieder danach aus. Die Ägypter taten es, die Mayas taten es und viele andere antike Zivilisationen auch. In gewissen amazonischen und afrikanischen Stämmen gibt es dieses Ritual noch heute und wird als Mittel zur spirituellen Erleuchtung angesehen. 

Seth: In den nativen Indianderstämmen in Amerika spielte es immer eine wichtige Rolle im Übergang von der Kindheit ins Erwachsenenleben. 

Lee: Wir waren schon immer fasziniert von der amerikanischen Indianerkultur. Vaterrseits hat meine Familie Spuren des Chippewa-Vokes in ihrem Blut. 

Seth: …ich bin auch ein Viertel Indianer (und Ägypter, Afroamerikaner und "weisser" Amerikaner). 

Ryan: Wir alle lieben das Ethos der Indianer und glauben, dass sie ihrer natürlichen Umgebung und dem spirituellen Aspekt ihres Lebens viel näher waren, als wir es je sein werden. 

Shaun: Unsere grossartige Designerin Pilar Zetar hatte die Idee des Pyramidenlogos. Wir wollten dann, dass das Auge der Vorsehung (auch bekannt als Allsehendes Auge) darin repräsentiert wird. Es ist Teil des Siegels der Vereinigten Staaten drauf (schaut euch einfach mal eine 1-Dollarnote an) und hat eine starke Symbolik, an die wir fest glauben.

Visionquest wurde von vielen Leuten als "innovatives Label" beschrieben und ihr beschreibt euch selbst als die neue Spezies von Detroit-DJs. Was denkt ihr, macht die Musik innovativ und was an eurer Musik ist denn so fortschritllich? 

Lee: Für uns geht es nicht allzu sehr ums klassifizieren und kategorisieren der Musik, sondern vielmehr darum, wie wir Musik produzieren können, die Horizonte erweitern kann. Wir wollen Musik machen, die langlebig ist und die Leute auf einer viel höheren Ebene anspricht.  

Shaun: Das Label ist als Plattform gedacht, um unseren Musikgeschmack zu zeigen, ganz egal welches Genre es ist. Glücklicherweise haben wir Freunde, die genau die Musik produzieren, auf die die Welt unserer Meinung nach gewartet hat. Bisher kam jede Release aus dieser Gruppe von Freunden und untermauert damit, dass das Label eine absolute Familienangelegenheit ist. 

Seth: Das Konzept ist wirkich einfach: Wir wollen wollen musikalische Grenzen sprengen, viel Musik machen und dabei so viel Spass wie möglich haben. 

Wie ihr selbst sagt, haben frühen Detroit-Grössen des Techno, Minimal und House (Derrick May, Richie Hawtin, Theo Parrish) euch musikalisch am meisten geprägt. Was oder wer motiviert euch zurzeit gerade? 

Seth: Ryan ist unsere Haupt-Motivationsquelle, ohne ihn würden wir wohl nicht viel Zustande bringen. Daneben sind es vor allem unsere Freunde und musikalischen Entdeckungen...für mich sind es Leute wie Jared und James (My Favourite Robot), Laura Jones, Dinky und das Wunderduo Tale Of Us. 

Lee: Eric Maceo Plex zählt momentan zu den besten Produzenten in der Dance Music Szene und Footprintz schaffen es immer, mich zu faszinieren, mit allem was sie tun. 

Shaun: Ricardo Villalobos und Dan Bell sind immer noch grossartig und werden es immer sein. Die beiden beeinflussen und motivieren uns sehr. 

In 10 oder 20 Jahren sind es vielleicht auch junge Produzenten, die euch als entscheidende Influenzen nennen für ihre Musik. Was an Visionquest denkt oder hofft ihr, wird sie inspirieren? 

Lee: Die Tatsache, dass wir die ganze Sache nie zu ernst genommen haben. 

Was sind die Stärken jedes Einzelnen, die er in die Gruppe einbringt?

Seth über Ryan: “Der Fels, an dem wir uns alle festhalten.”
Seth über Shaun: “Die Person, die beide Seiten der Geschichten kennt und uns ans Licht führt.”
Seth über Lee: “Meine einzige Konkurrenz, wenn es ums Grillen geht.“

Ryan über Seth: “Die kreativste Energie mit den besten Grundsatzideen und Langzeitpotential.”
Ryan über Shaun: “Der Stille und Geduldige der Gruppe, der auch der Grund ist, warum wir überhaupt in Europa sind”
Ryan über Lee: “Musikalisch der talentierteste von uns, weigert sich aber nach wie vor, in Europa zu leben.”

Shaun über Seth: “Ein genesendes Ekel.”
Shaun über Ryan: “Der Zuverlässige, unser Dreh- und Angelpunkt.”
Shaun über Lee: “Mann-Bär-Schwein.”

Lee über Ryan: “Der Leim und die Faser, die uns zusammenhält.”
Lee über Shaun: “Der Grund, warum es mit unseren Karrieren vorwärts geht, er hat uns aus Detroit rausgeholt.”
Lee über Seth: “Der Visionär. Der, der in der Zukunft lebt. Hart an der Grenze zum Wahnsinn, aber wir lieben ihn dafür.”

Kürzlich habt ihr, Ryan und Lee, bei Gigs zusammen live gespielt während Seth und Shaun zusammen als DJs aufgelegt haben. Erzählt uns etwas mehr über eure Pläne über das bevorstehende Live-Set.

Seth: Wir versuchen, mit Musik Bilder zu malen und dabei eine einzigartige Atmosphäre für die Crowd zu schaffen. Momentan arbeiten wir mit einigen sehr interessanten Leuten zusammen, um ein visuelles Element zu entwickeln, mit dem wir zu unseren Sets eine neue Umgebung kreieren können. 

Ryan: Wir werden Räume mieten und alles so verwandeln, dass die Linien zwischen Gallerie, Clubnacht und Bühnenshow irgendwann verschwimmen. Wir wollen diese Räume in einen dreidimensionalen Spielplatz für Clubber verwandeln, so dass die Clubber auf eine andere Art und Weise mit der Umgebung in Kontakt kommen, als in einem normalen Club. Diese Idee fasziniert uns wirklich; etwas tun, dass vorher noch nie jemand getan hat, aber ohne dabei zu viele Regeln zu brechen.

Shaun: Ich glaube, dass wir mit unseren bisherigen eigenen Clubnächten, wie zum Beispiel dem Showcase im Club Fabric in London, erst einmal begonnen haben, die musikalische Seite der Reise zu zeigen, die wir kreieren wollen. Die visuelle Seite wird später und Schritt für Schritt folgen. Beim Label haben wir nun ein paar neue, ganz heisse und innovative Künstler, wie diese Gruppe aus Montreal namens Footprintz. Wir wollen Shows kreieren, die ein sehr breites musikalisches Spektrum besitzen und über das hinaus gehen, was sich die Leute gewohnt sind.  

Seth und Shaun (vorne)

Es muss ein Riesenspass sein; vier Freunde, die gemeinsam reisen, auflegen und zusammen arbeiten - speziell darum, weil ihr ja nicht als die seriösesten Typen bekannt seid. Erzählt uns mal über den besten Visionquest-Augenblick. 

Ryan: Also vom Standpunkt der Arbeit her gesehen, war es der Augenblick, als wir die erste Vinylplatte (VQ01) von unserem eigenen Label in den Händen hielten. Nach so vielen Jahren, in denen wir davon geträumt hatten und so langer Zeit, die wir mit planen verbracht hatten, war das schon ein sehr spezieller Moment. 

Shaun: Die ausverkauften Clubs Fabric und Watergate bei unseren Label-Lancierungspartys waren aber auch nicht schlecht.

Der Visionquest-Gig im DC10 letzten Sommer war eines DER Daten der vergangenen Saison. Wie fühlt ihr euch, wenn ich an euren bevorstehenden Gig im DC10 am 3. August denkt? 

Lee: Ich freue mich immer wahnsinnnig, im DC10 spielen zu können. Da dürfen die Verrückten noch richtig verrückt sein.

Shaun: Unsere Visionquest-Showcase Party dort letzten Sommer war eine der besten Partys, bei der ich je gespielt hatte. Deswegen habe ich natürlich nun hohe Erwartungen an die bevorstehende Fiesta!

Welches Format werdet ihr anwenden (Live oder DJ?)

Ryan: Kein im voraus bestimmtes Format...

Shaun: ...wir werden es rausfinden, während wir spielen...

Lee: ...aber wir werden alle involviert sein und gemeinsam wie auch separat die ganze Nacht in verschiedenen Kombinationen zusammen spielen. 

Das DC10 wird von vielen als Lieblings-Undergroundclub genannt. Wie ist es, dort aufzutreten? 

Seth: Ich liebe es, im DC10 zu spielen! Der Laden wird von aussergewöhnlichen und hervorragenden Leuten geführt und man fühlt sich dort immer zu Hause. Du kannst die Musik spielen, die du willst und kannst die Crowd auf eine Reise mitnehmen, ohne dabei irgendwelchen Druck zu verspüren. 

Lee: Die Erlaubnis zu haben, sich musikalisch in einem deiner Lieblingsclubs weltweit voll und ganz austoben zu können vor einer Crowd, die weiss, worum es geht, ist schlicht ein wahr gewordener Traum! 

Die "Visionquest Beach Edition Spring Summer Collection 2011 EP" mit Maceo Plex's ‘Falling’ ist gerade bei Visionquest erschienen