Eine häufige Unsicherheit, die sowohl Urlauber als auch Einheimische Ibizas beschäftigt, ist die Frage: „Ist das Wasser auf Ibiza trinkbar?“
Angesichts der vielen Mythen und Meinungen zur aktuellen Wassersituation auf Ibiza haben wir einige wichtige Fakten zusammengestellt, damit ihr entscheiden könnt, ob es eurem Geschmack entspricht.
Die 10 wichtigsten Dinge, die ihr über das Trinkwasser auf Ibiza wissen solltet
1. Ja, das Wasser ist über kurze Zeit "trinkbar", aber je nachdem, wo ihr es auffüllt, kann es einen ungewöhnlichen Geschmack haben. Dies liegt daran, dass ihm möglicherweise Chlor zur Abtötung von Bakterien zugesetzt wurde oder es einen hohen Salz- oder Kalziumgehalt aufweist.
Daher ist es unwahrscheinlich, dass Einheimische es dauerhaft zur Flüssigkeitszufuhr nutzen. Das Leitungswasser entspricht jedoch den spanischen/EU-Sicherheitsstandards, sodass – abgesehen vom Geschmack – der gelegentliche Genuss eines Glases im Urlaub wahrscheinlich kein Problem darstellt.
2. Ibiza bezieht sein Wasser hauptsächlich aus zwei Quellen, Regenwasser und Meerwasser, und verwendet unterschiedliche Methoden zur Reinigung beider.
3. Das Meerwasser wird in einer der Entsalzungsanlagen der Inseln aufbereitet und gefiltert, um Verunreinigungen und den typischen Salzgeschmack Ibizas zu entfernen. Regenwasser wird aufgefangen, nachdem es in unterirdische Seen, sogenannte Aquifere, versickert ist. Diese gibt es auf der ganzen Insel, wobei die Wasserqualität je nach Lage variiert.
4. Die gute Nachricht: Das Wasser in den unterirdischen Seen ist weitgehend frei von Bodenverunreinigungen (wie beispielsweise Pestiziden aus der Landwirtschaft). Die schlechte Nachricht: Es ist sehr kalziumreich, da Ibiza aus Kalkstein besteht, was zu hartem Wasser führt. Daher kommt es in Gebieten mit hartem Wasser zu Kalkablagerungen in Wasserkochern und anderen Haushaltsgeräten. Immer mehr Einwohner Ibizas installieren Wasserfiltersysteme an ihren Wasserhähnen (diese sind auch in vielen Ferienvillen zu finden), um Plastikmüll und den Gebrauch von hartem Wasser zu reduzieren.
5. Durch das Abkochen wird kein Kalzium entfernt. Geringe Mengen Kalzium sind unbedenklich, daher ist das Leitungswasser im Allgemeinen sicher zum Kochen von Gemüse, zur Zubereitung von Nudeln usw. – obwohl manche Menschen lieber Flaschenwasser verwenden. Es eignet sich auch zum Zähneputzen, Duschen, Wäschewaschen usw.
6. Ihr müsst euch keine Sorgen um Speisen und Getränke in Hotels und Restaurants machen. Eiswürfel werden beispielsweise der Einfachheit halber üblicherweise von externen Anbietern bezogen.
7. Manche Menschen haben Brunnen in ihrem Haus oder Garten, die direkt mit den unterirdischen Seen verbunden sind. Andere beziehen Wasser von einem Nachbarn mit Brunnen. In manchen Gegenden liefern Unternehmen wie Aqualia Leitungswasser über das öffentliche Wassernetz. Stehen diese Möglichkeiten nicht zur Verfügung, wird das Wasser in großen Tanks gespeichert und mehrmals jährlich per LKW angeliefert.
8. Ibiza ist mit wunderschönem Wetter gesegnet; der Nachteil ist jedoch, dass es im Frühling und Sommer wenig regnet. Dadurch kann bei niedrigem Wasserstand der unterirdischen Seen Meerwasser eindringen. Ist dies der Fall, verläuft die Erholung nur langsam.
Das Trinkwasser in Playa d'en Bossa ist beispielsweise besonders salzig, weil der unterirdische See dort durch Meerwasser „verschmutzt“ wurde.
9. Der Kauf von Flaschenwasser ist zwar teuer, aber für die meisten Ibiza-Urlauber die einfachste Option. Eine günstige und umweltfreundliche Alternative ist der Kauf großer 8-Liter-Kanister im Supermarkt, die man dann in kleinere Flaschen für den täglichen Gebrauch umfüllt.
Die großen Flaschen sollten nicht in der Sonne gelagert und im Sommer regelmäßig recycelt werden. Aluminium-Nachfüllflaschen sind in den meisten Fitnessgeschäften oder Supermärkten erhältlich und können vorgekühlt werden, damit sie auch unterwegs kalt bleiben.
10. Die günstigste Option ist der Besuch einer Trinkwasserstation, wo man seine eigenen Wasserbehälter zu einem Bruchteil des Preises auffüllen kann. Es handelt sich dabei um aufbereitetes Wasser aus unterirdischen Seen, das einwandfrei trinkbar ist.
Diese Auffüllstationen findet ihr hinter der Tankstelle in San Rafael (Fuentejara, Google Maps Ref.), an der Hauptstraße von Ibiza-Stadt nach Santa Eulalia (Pozo Can Guasch, Google Map Ref.) und in San José (Google Map Ref.).

Ibiza geht das Wasser aus. Auch wenn es kein angenehmes Thema ist und man im Urlaub vielleicht nicht unbedingt daran denken möchte, ist ein bewusster Umgang mit Wasser für den Erhalt der Insel von enormer Bedeutung.
Erfahrt im Artikel von IbizaPreservation zum Weltwassertag am 22. März und in unserem Ratgeber mit Tipps für euren Urlaub mehr darüber, warum wir uns unseres Wasserverbrauchs bewusst sein sollten.
