Ibiza Worldwide | Franky Rizardo presents FLOW im SWG3 Glasgow

Vom Mittelmeer auf die Weltbühne.

Nach dem Winterschlaf sind Ibizas Superclubs wieder erwacht und brennen darauf, loszulegen. Wir stehen kurz davor, dass es richtig losgeht, aber ganz so weit sind wir noch nicht. Die Partys sind bald da. Habt noch etwas Geduld, liebe Leser. In der Zwischenzeit wirkt der globale Einfluss der Insel an anderen Orten der Welt weiter.

In der Nebensaison präsentieren wir euch Club-Reviews von Ibiza-Favoriten in anderen Party-Locations rund um den Globus, während wir die Vorfreude auf den Sommer steigern.

Dies ist the road to Ibiza 2026.


„Das Clubbing ist tot.“ „Diese jungen Raver kapieren es nicht.“

Vielen Dank für den Hinweis, Ian aus der Buchhaltung, aber mit Verlaub, du hast noch nie unter dem Einfluss von Franky Rizardos FLOW getanzt.

Auch Schottland hatte bis Samstagabend keine solche Gelegenheit gehabt. Die Schotten nahmen die Chance, die Party FLOW des Rizzmasters vor ihrem offiziellen Start im Pacha Ibiza in weniger als zwei Wochen zu testen, mit Begeisterung an.

Glasgows berühmter Club SWG3 Galvanisers – ein akustisch anspruchsvoller Club für die breite Masse – stellt dieselben Fragen wie Ibiza. Hält man es aus? Kann man in einem so riesigen Club eine intime Atmosphäre schaffen? Kann man fünf Stunden wie 40 Minuten erscheinen lassen?

Getreu dem Motto der Party FLOW waren die 4.000 Gäste im bis auf den letzten Platz gefüllten Club Galvaniser schon mitten in ihrer Feierlaune, bevor unser Headliner und Gastgeber überhaupt die Turntables berührt hatte. So lief es ab.


Franky Rizardo presents FLOW | SWG3

Samstag, 4. April

Es war kurz vor 22:00 Uhr und die Tür war erst seit einer Stunde geöffnet, doch irgendwie fühlten wir uns, als wären wir spät für die Party dran.

Der aus Liverpool stammende Newcomer Tre Reynolds legt am DJ-Pult los und beweist, dass die Kunst des Warm-ups eine echte Herausforderung ist und keine Nebensache. Mit einer für sein Alter bemerkenswerten Präzision erfasst Reynolds die Stimmung im Saal und stimmt die Gäste mit seinen charakteristischen, satten Basslines und sanft überlagerten Vocal-Cuts perfekt auf den Abend ein.

Don’t Go (Don’t Leave), Tre Reynolds’ neueste und am schnellsten gestreamte Single, die Wretch 32s britischen Nummer-eins-Hit von 2011 sampelt, ist der abschließende Song des Produzenten. Das Publikum singt ihn im Chor mit und tauscht dabei bewegte Blicke aus.

Ganz im Sinne des Mottos der FLOW der bedeutungsvollen Verbindung bringt der Abend zwei New-Wave-DJs für ihr erstes Back-to-back-Set zusammen. Aus Argentinien kommt der Tech-House-Selector Nacho Scoppa. Aus Rizardos Heimatstadt Amsterdam stammt Rooléh, ein Produzent mit einem feinen Gespür für klangvolle Samples und unwiderstehlichen Groove.

Das Duo legt in schneller Folge zwei Stunden lang erstklassige House Music auf.

Inmitten des fließenden Zusammenspiels der genannten Tracks erklingt RAYZIRs ID Delay aus 2025. Afrobeats, Acid-Klänge und ein melancholischer Bass hallen mit unaufdringlicher Lässigkeit vom Boden bis zur Decke wider.

In den letzten Minuten des Sets wird die vollbesetzte Lagerhalle nur noch mit Körperwärme betrieben.

Rooléhs Tech-House-Track Cabana verströmt mitreißende lateinamerikanische Rhythmen. Wenn man die Augen schließt, könnte man fast meinen, unter den legendären Pacha-Kirschen zu tanzen.

Ein junger Mann mit verträumten Augen, der sich kurz für fünf Minuten an die Bar zurückzieht, spricht für den ganzen Raum, als er in breitem Glasgower Dialekt ruft: „Rizardo make me move, Rizardo make me groove.“

Nun, kurz vor Mitternacht betritt der Mann selbst die Bühne. Es ist Zeit für Franky Rizardo.

Der Holländer schließt seine Geräte an und startet mit seinem Remix von Storm Queens Look Right Through aus dem Jahr 2010 direkt durch. Oh, jetzt geht's los!

Die leuchtenden Visuals und das nun weit geöffnete DJ-Pult, gefüllt mit Menschen, vertiefen die Verbindung von Körper und Geist und die Intimität, für die die FLOW steht. Klanglich und emotional ist die Atmosphäre auf dem Höhepunkt.

Baile De Fantome, ein Tech-House-Klassiker aus Rizardos Repertoire, erntet mit seinem unwiderstehlichen perkussiven Groove anerkennende Blicke vom Publikum. Ähnlich wie Don't You Want My Love, das kurz darauf im Set im Mittelpunkt steht.

Die Hände fliegen, Formen werden geschnitten. Alle hüpfen und schreien, als wäre es die letzte Party der Welt.

Wisst ihr was? Das junge Team könnte es mit den Ians dieser Welt schwer haben. Am Samstag gab es jedoch nichts zu diskutieren. Die Energie und der Einsatz dieses Publikums waren einfach unglaublich.

Neben den absoluten Krachern streut Franky Rizardo auch einige weniger bekannte Tracks ein, die einen völlig überraschen. Cowboy Killer von Kyle Walker und Nate Katz ist so ein Fundstück, das dank der makellosen Klavierklänge und des funkigen Untertons voll ins Schwarze trifft.

Die Zeit drängt, jetzt heißt es alles geben in der letzten halben Stunde. Die Bar ist längst leer. Auf der Tanzfläche darf man keine Sekunde mehr verlieren.

„Clubbing ist tot.“ Klar, Ian.

Sag das mal den 4.000 Clubbern in Glasgow am Abend des 4. April, die schon die Tage zählen, bis sie aus dem Flugzeug steigen und direkt in ein Taxi ins Pacha springen.


Zum Glück ist die Wartezeit nicht lang. Die Franky Rizardo presents FLOW übernimmt am Dienstag, den 28. April zum ersten Mal die Show, danach steigt sie wöchentlich am 5., 12. und 19. Mai und nach einer Pause erneut am 18. August.

In der gesamten Venue ist eine hochkarätige Gästeliste von DJs eingeladen, darunter Vintage Culture, East End Dubs, Ilario Alicante, Mason Collective und mehr.

Die Tickets sind ab sofort im Verkauf und unten erhältlich.

FOTOS | von Selina Paton

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