Die Dienstagnächte sind auf Ibiza alles andere als ruhig.
Da der Wettbewerb auf der Insel seinen Höhepunkt erreicht, muss jeder Club hart arbeiten, die Massen begeistern und um Aufmerksamkeit kämpfen. Bei der Ankunft im Pacha war klar, dass Vintage Cultures Affairs ein eigenes Publikum anzog…
Als ich durch den Eingang in den Garten trat, wurde ich von einer Crowd empfangen. Smalltalk lag in der Luft, die Getränke flossen in Strömen und die Vorfreude auf das vorletzte Kapitel der Residenz des brasilianischen Stars aus vier Terminen stieg.
Im Inneren hatte der Club das Affairs-Konzept voll und ganz angenommen. Rotes Licht durchflutete den Raum, Neonreklamen leuchteten über den Köpfen und die Tanzfläche war bis in den letzten Winkel gefüllt. Für einen Dienstag (und angesichts der starken Konkurrenz an diesem Abend) war die Besucherzahl beeindruckend.

Als ich mich zum vorderen Teil des DJ-Pults vorarbeitete, hatte Omri. bereits die volle Kontrolle. Der DJ, Produzent und Labelchef ist bekannt für seine gelungene Mischung aus melodischen Elementen und treibenden Grooves, und sein Warm-up traf genau die richtige Balance.
Die Auswahl an Deep- und Tech-House-Tracks brachte den Dancefloor in Bewegung, ohne jedoch zu früh alle Karten des Abends preiszugeben.
Der Slogan der Affairs lautet: "In our Affairs, you are never alone." Als jemand, der alleine und nüchtern dort war, konnte ich das nur bestätigen. Anstatt mich wie ein Beobachter zu fühlen, war ich schnell von dem Geschehen um mich herum gefesselt.

Die Gespräche kamen ganz natürlich zustande, Fremde tauschten Lächeln aus und alle konzentrierten sich weiterhin ganz auf die Musik. Schon bald waren alle Gedanken daran, allein dort zu sein, verflogen.
Kurz nach 02:00 Uhr erschien Vintage Culture am Stand.
Einer der Höhepunkte des Abends ereignete sich noch bevor ein einziger Song gewechselt wurde. Unser Host umarmte Omri, wechselte ein paar Worte mit ihm und die beiden feuerten sich dann minutenlang gegenseitig an. Es wirkte wie eine authentische Begegnung und nicht wie eine inszenierte Show für das Publikum – ein Spiegelbild des gegenseitigen Respekts zwischen zwei Künstlern, die die Kunst des jeweils anderen sichtlich schätzen.

Diese Verbindung übertrug sich direkt auf die Tanzfläche.
Als Omri. die Kontrolle übergab, steigerte sich die Stimmung noch einmal deutlich. Die Basslines wurden druckvoller, die Energie nahm zu und Vintage Culture prägte den Raum sofort mit seinem unverwechselbaren Stil.
Bekannt für seinen unverkennbar südamerikanischen House-Sound, lieferte er ein Set voller Rhythmus und Groove. Jeder Übergang zog das Publikum tiefer in den Bann, und die Bewegung im Raum hielt fast ununterbrochen an. Mein Schrittzähler profitierte davon definitiv.
Eine kurze Pause im Garten bot mir die Gelegenheit, durchzuatmen und die Stimmung im restlichen Club aufzusaugen. Unweigerlich drehte sich das Gespräch um das mit Spannung erwartete Back-to-back von Vintage Culture und Franky Rizardo.

Wer die beiden letztes Jahr bei der Closingparty der Music On zusammen spielen sah, wusste, was kommen würde. Die Erwartungen waren hoch.
Um 3:30 Uhr war jeder verfügbare Quadratzentimeter auf der Tanzfläche heiß umkämpft, da die Fans um die besten Plätze drängten.
Vintage Culture und Franky Rizardo fanden schnell zueinander. Die Chemie zwischen ihnen war von Anfang an spürbar; beide DJs harmonierten perfekt mit den Musikauswahlen des jeweils anderen und sorgten für beste Stimmung im Raum.
Eine der größten Reaktionen gab es, als Shinjuku von Franky Rizardo erklang.
Später rief Todd Terrys Neuinterpretation von Everything But The Girl’s Missing eine ähnliche Reaktion hervor. Die Bewegung erstreckte sich von der ersten Reihe bis an den Rand des Raumes. Selbst am Pult schien niemand stillstehen zu können.
Die besondere Wirkung der Affairs liegt in ihrer Zurückhaltung. Die Produktion war präsent, ohne in den Mittelpunkt zu treten. Die Visuals ergänzten die Musik, anstatt mit ihr zu konkurrieren, sodass die DJs, das Publikum und die Atmosphäre im Zentrum des Erlebnisses blieben.
Nach drei Wochen wird die Vision von Vintage Culture für die Residency immer deutlicher. Es handelt sich hier nicht einfach um einen Headliner-DJ, der eine Reihe von Sommerterminen spielt. Die Affairs hat eine ganz eigene Persönlichkeit entwickelt, geprägt von den Künstlern in ihrem Umfeld und der angebotenen Musik.

Für jemanden, der allein gekommen war, wirkte diese Botschaft vielleicht eindringlicher, als mir bewusst war. Die Affairs hatte versprochen, dass niemand auf der Tanzfläche allein sein würde. Am Dienstag waren dies nicht nur leere Worte. Die Affairs hielt ihr Versprechen.
Vintage Culture ist am Dienstag, den 30. Juni für eine vierte und letzte Ausgabe der Affairs zurück im Pacha Ibiza.
Zur Closingparty kommen Mochakk, Volkoder und Doozie und sorgen für eine brasilianische Affair, welche die Residency nach vier Wochen mit sorgfältig zusammengestellten Line-ups und energiegeladenen Tanzflächen zum Abschluss bringt. Die Tickets sind unten oder über unseren Partykalender erhältlich.

