Hoch oben auf dem Dach des Fünf-Sterne-Hotels Aguas de Ibiza by NCalma Hotels in Santa Eulalia hinterlässt das Maymanta gleich einen starken ersten Eindruck. Von der Holzterrasse bietet sich ein herrlicher Rundumblick auf Santa Eulalia und die umliegenden grünen Hügel, auf den glitzernden Jachthafen und auf das Mittelmeer, das sich bis nach Formentera erstreckt.

Bequeme Sofas mit farbenfrohen peruanischen Bezügen laden zum Aperitif ein, während Lampenschirme im Ethno-Stil und andere Details die lateinamerikanische Identität des Restaurants unterstreichen. Ein sanfter Duft des typisch südamerikanischen Holzes Palo Santo liegt in der Luft, untermalt von beschwingter House-Musik mit lateinamerikanischen Rhythmen.

Und los ging es wie immer mit ein paar Aperitifs. Diese wurden diesmal als Cocktails mit und ohne Alkohol in charaktervollen Keramikgefäßen im peruanischen Stil serviert, was dem Ganzen noch eine spielerische Note verlieh.

Die offene Küche ermöglicht es den Gästen, den Köchen bei der Arbeit zuzusehen, hier bekommt man einen Einblick in die Zubereitung der Speisen, was dem Erlebnis so eine besondere, fast theatralische Note verleiht.
Der Service war aufmerksam und kompetent, allerdings ging es bei unserem Besuch an einem geschäftigen Dienstagabend etwas gemächlich zu.

Wir entschieden uns für Route 2, die modernere Interpretation der peruanischen Küche im Restaurant, und begannen mit Limeña-Kroketten. Serviert in rustikalem Keramikgeschirr, überzeugten die knusprigen Häppchen mit einem intensiven Hühnergeschmack, der durch Limette und Parmesan verfeinert wurde.

Die Royal Oysters Nr. 2 wurden zusammen serviert, jede mit einer anderen Interpretation der dazugehörigen Saucen. Neben einer naturbelassenen Auster gab es Zubereitungen mit Maracuja (Passionsfrucht), Ceviche-Sauce und Rocoto, wobei letztere eine pikante peruanische Chili-Schärfe beisteuerte. Die spritzigen, fruchtigen Saucen bildeten einen frischen Kontrast zur natürlichen Salzigkeit der Austern, während die kontrastierenden Farben für eine besonders ansprechende Präsentation sorgten.
Ein Hoch auf das Meer!

Mit wunderbar angeregten Geschmacksknospen genossen wir anschließend das Harbour Ceviche. Wolfsbarsch, Oktopus, Garnelen und frittierte Krabben vereinten sich mit Tiger's Milk, Rocoto, frischen Zwiebeln und Koriander, während süßer und herzhafter Mais dem Ganzen eine zusätzliche Geschmacksnote verlieh. Unser Maître d' Julián erklärte uns, dass die Krabbe entklaut und anschließend knusprig frittiert worden war, sodass sie im Ganzen gegessen werden konnte.

Drei Beilagen – Boniato mit Orangenhonig, gesalzener Mais und Banane – wurden so konzipiert, dass man sie zunächst einzeln genießen und anschließend zu einer anderen Geschmackskombination zusammenfügen kann.

Als nächstes folgte das Ceviche Piurano, eine Kombination aus zartem Zackenbarsch, frischem Limettensaft und Ají Limo. Die feurigen peruanischen Chilis wurden separat serviert, was zu einem kleinen Muttest am Tisch führte: Einige wagten sich zusammen mit dem Ceviche an die Chilis, andere probierten sie pur, um ihre Schärfetoleranz zu testen, während einige wenige klugerweise Abstand hielten. Zarandaja-Bohnen, im Josper-Grill gerösteter Bonito, Yuca und knusprige Chifles sorgten für kontrastierende Texturen und Aromen und machten dieses Ceviche zu einer gehaltvolleren Variante, die jedoch die für das Gericht so typische Frische und Säure bewahrte.
Als Begleitung wählten wir einen leichten und frischen Initipalka Sauvignon Blanc 2025.
Die kulinarische Reise durch die Anden wurde mit zwei weiteren Gängen fortgesetzt.

Sowohl der gegrillte Oktopus...

... als auch die gegrillte Avocado wurde mit einer köstlichen Romesco-Sauce serviert.

Das carrillero – 12 Stunden lang geschmorte Rinderbacke – verlieh dem Menü seine tieferen, reichhaltigeren Aromen. Natürlich passte dazu ein Rotwein, und wir wurden mit einer überaschenden Wahl verwöhnt: ein peruanischer Rotwein aus dem Ica-Tal, Intipalka N°1 Gran Reserva 2021. Welch perfekte Kombination!
Das Dessert bot zwei gegensätzliche Erlebnisse.

Serviert in einer unverwechselbaren Schale im Kakaobohnen-Stil, vereinte das Dessert namens Chocolate Textures Brownie, Schokolade und dulce de leche zu einem reichhaltigen, genussvollen Finale.

Der Nachtisch Manjar Blanco Flan bot einen feineren Abgang: cremig, intensiv im Geschmack und mit einer bemerkenswert frischen Vanillenote.

Die Küche von Meisterkoch Omar Malpartida und seinem talentierten Team besticht durch ihren individuellen Charakter. Bekannte peruanische Zutaten und Aromen werden modern interpretiert, anstatt für ein internationales Publikum verwässert zu werden. Das Ambiente trägt zweifellos zum besonderen Flair bei, doch hinter dem spektakulären Erlebnis auf der Dachterrasse steckt wahrer kulinarischer Genuss.
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