Das Casa Club liegt inmitten der ruhigen Umgebung des Ibiza Golf Club und bietet eine angenehme Abgeschiedenheit von den belebteren Hotspots der Insel. Nachdem wir auf dem großzügigen Parkplatz geparkt hatten, betraten wir das Restaurant, das sich hinter der Rezeption befindet. Es öffnet sich zu einer geräumigen Terrasse, die von viel Grün umgeben ist und einen herrlichen Bergblick bietet.

An einem heißen Nachmittag Anfang Juni spendeten die Feigenbäume und Sonnenschirme willkommenen Schatten, während die stetige Meeresbrise für angenehme Temperaturen während unseres Essens sorgte. Rund um die Terrasse laden bequeme Sofas dazu ein, zu verweilen und einen frühen Abendcocktail zu genießen.

Die Atmosphäre im Casa Club bietet eine ansprechende Mischung aus Eleganz und Ungezwungenheit. Wir beobachteten eine bunte Mischung aus Golfern, die nach ihrer Runde einkehrten, Familien, Freundesgruppen und Einwohnern an den Nachbartischen.
Der Service war durchweg herzlich, aufmerksam und unaufdringlich. Angesichts der Qualität der verwendeten Zutaten wirkten die Preise für Ibiza-Verhältnisse erfreulich angemessen.
Der Einfluss des Josper-Ofens, der für die Kombination aus Holzkohlegrillen und Ofengaren geschätzt wird, verlieh der gesamten Speisekarte genau die richtige Tiefe und eine subtile, rauchige Note.

Das Essen begann mit einer Auswahl klassischer Appetithappen. Das Pan con tomate wurde genau so serviert, wie es sein sollte: Reife Tomaten auf knusprig geröstetem Brot.

Dazu gab es Gildas – die berühmten baskischen Pintxos aus Sardellen, Oliven und eingelegten Guindilla-Paprika, die auf einen Spieß gesteckt werden – ihre typische salzig-pikante Note macht sie zu einem so wirksamen Appetitanreger.
Es folgten mehrere kalte Vorspeisen.

Das Vitello tonnato, der italienische Klassiker aus hauchdünn geschnittenem Kalbfleisch mit cremiger Thunfisch-Kapern-Sauce, war fein abgestimmt und elegant. Sündhaft lecker.

Ebenso beeindruckend war die Wagyu-Cecina, Spaniens Antwort auf luftgetrocknetes, gepökeltes Rindfleisch, deren intensiver, herzhafter Geschmack noch lange nach jedem Bissen anhielt.

Das mit leichter Hand zubereitete Steak Tartare brachte die Qualität des Rindfleisches wunderbar zur Geltung.

Unter den warmen Vorspeisen stachen die frittierten Calamari durch ihre Leichtigkeit hervor. Umhüllt von einer knusprigen, goldenen Panade, waren die zarten Ringe überhaupt nicht schwer im Magen und dadurch unglaublich lecker.

Es war jedoch das Eintreffen der Hauptgerichte – zwei großzügig portionierte Fischgerichte –, das uns wirklich beeindruckte. Dazu gab es zwei Beilagen: einen grünen Salat mit Dashi und knackigen Brokkoli mit Zitrone.

Der wild gefangene Lubina (Wolfsbarsch) a la espalda, zubereitet mit Schmetterlingsschnitt, Knoblauch, Olivenöl und Essig, war außergewöhnlich. Er schmeckte sogar so gut, dass wir die Gräten begutachteten, um sicherzustellen, dass nichts verloren ging.
Die Beilagen erwiesen sich als weit mehr als nur eine Nebensache. Ein grüner Salat mit Dashi-Dressing brachte eine unerwartete Umami-Note ein, während der Brokkoli mit Zitrone für Frische und Lebendigkeit sorgte.
Die zweite Variante, Seezunge in Beurre-blanc-Sauce, bot eine eher klassisch-europäische Note; ihr zartes Fleisch wurde durch die reichhaltige, buttrige Emulsion perfekt ergänzt.

Unser Oberkellner entgrätete den Fisch sorgfältig.

Die Turf-and-Surf-Fideuà kombinierte Nudeln mit Chipirones und knusprigen Schweinekrusten. Das Ergebnis: eine sehr gelungene Neuinterpretation des valencianischen Klassikers.

Das Rinderfilet war inzwischen perfekt gegart und wurde mit Süßkartoffeln und einer pikanten Chimichurri-Sauce serviert, die einen gelungenen Kontrast zum reichhaltigen Geschmack des Fleisches bildete.
Die Desserts entsprachen dem bisher gesetzten hohen Standard.

Der Zitronenkuchen hatte genau die richtige Balance zwischen süß und säuerlich...

…während unsere Tischmanieren durch die Churros mit Dulce de Leche auf die Probe gestellt wurden. Nichtsdestotrotz war der absolute Höhepunkt ein seidiger Flan, dessen zarte Textur und feine Karamellnoten dafür sorgten, dass er viel zu schnell verputzt wurde.
Das gesamte Essen hatte eine beruhigende Konstanz in der Zubereitung. Nichts wirkte überladen oder aufdringlich, vielmehr lag der Fokus ganz klar auf frischen Produkten, die mit Sorgfalt und Fachwissen zubereitet wurden.

Der Erfolg des Casa Club liegt in seiner Unkompliziertheit. Hochwertige Zutaten, sorgfältige Zubereitung und ein wahrhaft wunderschönes Ambiente sprechen für sich. Ob nach einer Runde Golf oder einfach auf der Suche nach einem entspannten Mittag- oder Abendessen abseits des Inseltrubels – das Casa Club bietet eines der unaufdringlichsten und zugleich genussvollsten kulinarischen Erlebnisse, die Ibiza derzeit zu bieten hat.
Wie immer empfehlen wir euch dringend, einen Tisch zu reservieren.
