Die Übernahme eines der traditionsreichsten Restaurants Ibizas war alles andere als einfach. Doch das El Clo, die neueste Inkarnation des ehemaligen Clodenis, im historischen Viertel San Rafael neben der imposanten alten Kirche gelegen, versucht gar nicht erst, die Vergangenheit wiederzubeleben. Stattdessen haben die sympathischen neuen Besitzer – Shadeh und Sena Pallero – mit der Erfahrung aus ihren anderen erfolgreichen Restaurants auf Ibiza ein Restaurant mit ganz eigenem Charakter geschaffen.
Mit einer gelungenen Mischung aus ambitionierter Küche, immersivem Design und erstklassiger Gastfreundschaft schreibt das El Clo selbstbewusst das nächste Kapitel in der Geschichte des Ortes.

Unser Erlebnis begann in dem charmanten Innenhof, wo hohe Hocker um gemütliche Tische gruppiert sind und einen geselligen Ort für einen Aperitif schaffen.

Auf der einen Seite befindet sich die ursprüngliche Finca, deren miteinander verbundenen Räume sich labyrinthisch entfalten, wo jahrhundertealte Mauern zu Leinwänden für exquisit ausgeführte, von den Maya inspirierte Projektionsmappings werden.

Links: Zitronengras-Yuzu; rechts: Kokos-Granada
Mit einigen fantastischen Cocktails und Mocktails in der Hand studierten wir die Speisekarte der Raw Bar.

Zwei seidenweiche Austern, begleitet von Tamarinden-Ponzu, grünem Apfel, Jalapeño und Clamato. Im Hintergrund ein alkoholfreier Litschi-Jasmin-Cocktail.

Wagyu-Tacos mit Mayonaise aus schwarzem Knoblauch, Wasabi, roten Zwiebeln und Meerrettichsprossen.

Marinierte Thunfisch-Gilda mit halbgepökeltem Thunfisch, eingelegten Tomatillos, Piparra-Chili und Chipotle-Dressing. Himmlisch pikant.

Avocado-Pilz-Tempura-Taco mit Enoki-Pilzen.
Die Eigentümer sind stets präsent, ohne aufdringlich zu sein, und schauen nur kurz vorbei, damit sich die Gäste gut betreut fühlen, bevor sie sich diskret wieder verabschieden.

Die Raw Bar mit strahlendem Koch
Unter der Führung des charmanten Maître d' durchquerten wir die Finca, ließen die gesellige Raw Bar hinter uns und traten auf die darunter liegende Terrasse.

Hier geht der Abend ganz natürlich vom Aperitif zum Hauptgang über. Jeder Schritt offenbarte eine neue Facette.

Ausgewachsene Kiefern, uralte Johannisbrotbäume und herabrankende Bougainvilleen rahmen den Pool ein. Ihre knorrigen Stämme und das üppige Laub verleihen dem Restaurant ein zeitloses Ambiente, das an einen geheimen Garten erinnert.

Die Projektionen sind atemberaubend.
Es dauerte nicht lange, bis die Küche ihre Absichten deutlich machte. Die Küche von Chefkoch Franco vereint gewagte Aromenkombinationen mit sorgfältiger Präsentation und einer Neugier, die weit über das Mittelmeer hinausreicht.
Wie ein Mitglied des elegant gekleideten Teams bemerkte: „Das Auge isst mit.“ Schnell wurde klar, dass dies nicht nur eine beiläufige Bemerkung war, sondern das Leitprinzip hinter jedem wunderschön angerichteten Teller, der folgte.
Der Service war durchweg herzlich, kompetent und unaufdringlich. Die Mitarbeiter erklärten bereitwillig unbekannte Zutaten und gaben Tipps, wie man jedes Gericht am besten genießen kann.

Unser Wein für den Abend.

Rot, Weiß und Grün – die Farben des Wassermelonen-Feta-Salats entführten uns ins wunderschöne Mexiko. Die Zugabe einer Chardonnay-Vinaigrette mit feinen Kräuternoten machte dieses erfrischende, geometrische Gericht zur perfekten Wahl für einen lauen Mittsommerabend.

Das Mexiko-Thema setzte sich mit einem Nopal-Kaktussalat fort. Bissfest und mit einem klaren, leicht bitteren Geschmack, der an grüne Bohnen oder Spargel erinnerte, bot er eine erfrischende Einführung in eine der emblematischsten Zutaten des Aztekenreichs.

Ehrlich gesagt war unsere Lieblingsvorspeise die Causa Nikkei. Auf den ersten Blick sah sie aus wie Sushi, aber der Reis wird durch seidiges Kartoffelpüree ersetzt, wodurch eine leichtere, cremigere Grundlage für den delikaten Geschmack der geräucherten Forelle entsteht.

Eine weitere schmackhafte Beilage, Mais, Quinoa und Feta mit Jalapeño - erdig und leicht scharf.

Im Josper-Grill gebratener Wolfsbarsch mit Tom Yum Adobo, Tomatillo, Fenchel und Koriander.
Nach so vielen hervorragenden Vorspeisen fragten wir uns, ob der Hauptgang an diesen Erfolg anknüpfen könnte. Die Antwort war ein klares Ja. Eines der vielen Highlights des Abends war der hauseigene Fisch à la talla.

Wir durften unsere eigenen Salat-Tacos zubereiten und die perfekt gegarten Wolfsbarschflocken mit Jalapeño-Salsa, Limette, marinierten Zwiebeln und farbenfrohen Beilagen schichten. Frisch, interaktiv, unterhaltsam: perfekt zum Teilen.
Wir haben den Rat des Teams bezüglich des Desserts befolgt und waren sehr froh darüber.

Das Chicha Morada Sorbet des Restaurants, dessen Grundlage der für Peru typische lila Mais bildet, besteht aus Schichten aus lila Mais-Coulis und knusprigen Quinoa-Tuiles. Ein wahres Meisterwerk.

Die im Josper-Grill zubereitete Ananas war ebenso gelungen. Ananas-Mascarpone, karamellisierte Kokosnuss, Cashewnüsse, Mango, Pfefferkörner, Tepache-Gel und eine dezente Chipotle-Note ergaben eine gekonnte Balance zwischen Süße, Säure und sanfter Schärfe.

Nur wenige Restaurants erreichen eine solche Harmonie zwischen Ambiente, Service und Küche. Romantisch, fantasievoll und mit viel Liebe zum Detail umgesetzt, bietet das El Clo ein Erlebnis, das noch lange nach dem letzten Gang nachklingt.
Reserviert euren Tisch online über https://elcloibiza.com/.
