Restaurantkritik: Las Dos Lunas, eine Hommage an Familie und Tradition

Wo das süße Leben auf Ibiza noch immer lebendig ist.

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In einer Zeit, in der immer aufwendigere kulinarische Konzepte, immersive Speiseerlebnisse und Menüs entstehen, die ebenso sehr für soziale Medien wie für den Esstisch konzipiert sind, erinnert Las Dos Lunas daran, wie reizvoll es ist, die einfachen Dinge außergewöhnlich gut zu machen.

Seit über vier Jahrzehnten genießt das Restaurant einen wohlverdienten Ruf für herzliche Gastfreundschaft, ehrliche Küche und elegantes Ambiente. Seine Philosophie hat etwas ausgesprochen Italienisches: die Erkenntnis, dass gutes Essen, angenehme Gesellschaft und entspannte Abende zu den größten Freuden des Lebens gehören.

Das Restaurant liegt günstig in der Nähe von Amnesia und Universe (ideal für ein Abendessen vor dem Ausgehen), ist leicht zu finden und bietet ausreichend Parkplätze, was es ebenso praktisch wie stimmungsvoll macht.

Beim Durchschreiten des Portals in den ummauerten Bereich fühlt es sich an, als betrete man eine andere Welt, einen Kokon fernab der Hektik des sommerlichen Ibizas. Versteckt zwischen exquisit gepflegten Gärten mit liebevoll geschnittenen Hecken bietet Las Dos Lunas ein seltenes Gefühl der Ruhe.

Die Tische sind großzügig angeordnet, Originalkunstwerke schmücken die Wände und die vielseitige, altweltliche Einrichtung verströmt einen stillen Glamour, der von vergänglichen Trends unberührt bleibt.

Das stilvolle Interieur.

Ein vielseitiger Soundtrack erfüllt den Raum und reicht von Easy-Listening-Hits der 80er Jahre über Opernarien und Flamenco bis hin zu anderen Genre-übergreifenden Stücken und prägt so subtil die Stimmung des Abends.

Wenn das Tageslicht schwindet und der Innenhof unter rosa und violetten Bougainvilleen, Palmen und sanft beleuchteten Laternen erstrahlt, vertiefen sich die Gespräche, die Zeit scheint langsamer zu vergehen und die Außenwelt verschwindet beruhigend in der Ferne.

Das Restaurant, das seit seiner Gründung vor über 40 Jahren von der Familie Lucarini geführt wird, ist bis heute ein echter Familienbetrieb. Unsere Gastgeberin des Abends, die charmante Luna (hier mit dem Küchenchef zu sehen), begleitete uns zu unserem Tisch und stimmte uns so auf die unkomplizierte Gastfreundschaft des Restaurants ein.

Die Küche legt Wert auf regional bezogene, saisonale Produkte, die durch den eigenen Küchengarten ergänzt werden, der frisches, nach biologischen Methoden angebautes Gemüse liefert.

Unsere Aperitifs: ein herrlich erfrischender Blossom Sour Mocktail mit Holunderblüten und ein Jungle Bird mit Rum und Campari.

Als erste Vorspeise gab es einen Teller mit fein geschnittener italienischer Mortadella, dazu warmes, federndes, hausgebackenes Brot aus dem Holzofen und grüne Oliven, begleitet von einem spritzigen Mocen Verdejo aus der umfangreichen Weinkarte.

Das Tricolore bot eine feine, luftgetrocknete Bresaola mit Birne, Rucola und großzügigen Parmesanspänen an.

Die süße Melone mit spanischem Bellota-Schinken bot einen klassischen Kontrast zwischen kühler, saftiger Süße und der reichen, herzhaften Tiefe des fein marmorierten Schinkens.

Aus der Pastakarte stammt ein Klassiker des Hauses: Ravioli gefüllt mit zartem Kalbfleisch. Sie wurden in einer warmen, duftenden Salbeibuttersauce serviert, die in jedem einzelnen Ravioli zerging.

Das absolute Highlight waren die Tagliatelle in einer reichhaltigen Bisque aus roten Garnelen nach ibizenkischer Art, die den intensiven Geschmack der auf der Insel so begehrten roten Garnelen perfekt zur Geltung brachte.

Die Desserts wurden im gleichen souveränen, unaufdringlichen Stil fortgesetzt.

Das vulkanförmige Tiramisu war glatt und cremig und bot vertraute Noten von Kaffee und Kakao, während die Kombination mit Himbeeren dafür sorgte, dass die seidige Panna cotta eine willkommene Säurenote hatte.

Die warme und gemütliche Apfeltarte Tatin bestand aus weichen, karamellisierten Äpfeln und knusprigem, buttrigem Teig und wurde mit hausgemachtem Eis serviert.

Nichts wirkte überladen; vielmehr spiegelte jedes Gericht eine stille Zuversicht wider.

Zwei Gläser Hierbas Ibicencas rundeten den Abend auf angenehme Weise ab. Cin cin!

Im Laufe der Jahre wurde das Dach des Restaurants mit allerlei Kuriositäten geschmückt, von einem Cadillac bis hin zu einem Modell einer friesischen Kuh! Der neueste Bewohner ist die oben abgebildete Figur.

Las Dos Lunas ist nach wie vor eines der bekanntesten kulinarischen Erlebnisse Ibizas in einer sich ständig wandelnden gastronomischen Landschaft – verwurzelt in Familie, Atmosphäre und dem einfachen Vergnügen langer, unbeschwerter Abende unter dem Sternenhimmel.

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