Nomadenleben bedeutet vor allem Reise, oder? Gut so, denn Portinax ist ein verdammt langer Weg. Besonders, wenn man wie unser Fotograf in der Nähe von Cala Comte wohnt – eine ganze Stunde Fahrt quer durchs Land Richtung Norden, von Tür zu Tür. Doch als die Einladung zu einem der exklusivsten kulinarischen Erlebnisse Ibizas kam, einem Omakase-Menü im Kuu Jū , dem neuesten japanischen Restaurant der Insel, war die Entscheidung, alles hinter sich zu lassen und hinzufahren, schnell getroffen.

Das Kuu Jū ist das Prunkstück des Nômade Temple Ibiza Hotels, das diesen Sommer seine Pforten öffnete. Das aus Tulum, Mexiko, stammende Restaurant hat die Hotellerie der Insel bereits maßgeblich geprägt. Die Hotels der Kette verbindet ein unverwechselbares Konzept, das Wellness, gehobene Küche, Musik, Kunst, Mode und eine ansprechende, harmonische Maya-Ästhetik miteinander verbindet.

Es richtet sich nicht nur an eine anspruchsvolle Klientel, die dem Alltagsstress entfliehen möchte, sondern öffnet sich auch einem gehobenen Publikum und lädt alle Besucher ein, das Geheimnis hinter den ockerfarbenen Fassaden zu entdecken. Diese stimmungsvoll authentische Omakse-Bar mit 14 Plätzen, versteckt im luxuriösen Boutique-Resort, ist Teil dieses Zaubers.
Zur Entspannung wurden unsere unerschrockenen Reisenden zu einer Neuinterpretation klassischer Cocktails mit japanischem Touch eingeladen – perfekt für einen Drink in der goldenen Stunde, während sie die Farben und Texturen dieses modernen Refugiums auf sich wirken ließen. Und wir bekamen ein paar richtig gute Drinks serviert!

Hi-Fi Old Fashioned – eine Mischung aus zwei meiner Lieblingsgetränke, Hibiki Whisky und Ojo de Dios Kaffee-Mezcal, verfeinert mit Bitter. Das Ergebnis ist ein kräftiger, aber dennoch weicher Cocktail, der durch das Karamellaroma der Tonkabohne abgerundet wird. Mit schmelzendem Eis wird er noch besser. Aber Vorsicht: Dieses kleine Glas hat es in sich!
Der Kuu Jū Ume Negroni ist deutlich milder als ein traditioneller Negroni; man könnte ihn sogar als erfrischend bezeichnen. Die Bitterkeit des Campari ist verschwunden und wurde durch den weicheren, aromatischeren Amaro Santoni ersetzt. Mezcal ersetzt den Wermut, und die Süße stammt vom japanischen Pflaumenlikör Umeshu.
Chef Jaume Inés, Küchenchef des Kuu Jū und Experte für asiatische Küche, hat ein maßgeschneidertes Omakase-Erlebnis kreiert, das das Beste aus lokalen Produkten vom Land und aus dem Meer mit exquisiten Delikatessen einiger der besten Importeure der Welt kombiniert.

Wie gelingt es, ein 14-Gänge-Menü japanischer Kochtradition angemessen zu beschreiben, ohne sich in langweiligen Worten zu verlieren? Die Antwort: Wir geben Ihnen einen Vorgeschmack, indem wir einige herausragende Gerichte vorstellen und beschreiben, während Sie gleichzeitig die anderen Highlights der Speisekarte entdecken.

Die erfrischend eiskalten Maison Gillardeau Austern mit Gurkengranita sind der perfekte Auftakt für den Abend.

Ventresca (Thunfischbauch) Carpaccio, garniert mit feinen, knusprigen Streifen von geraspelter Orangenschale, bot uns wunderbar kontrastierende Geschmacks- und Texturmomente.

Ein Sashimi-Trio, darunter exzellente Stücke von Bernsteinmakrele (lokal als Sirvia bekannt), Hamachi und Mittelmeer-Thunfisch.
Die Kunstfertigkeit der japanischen Küche zeigt sich oft am besten in der Qualität und Kreativität der angebotenen Nigiri, und wir wurden mit drei sehr feinen Beispielen dieser Kunst verwöhnt.

Schmetterlingsgarnelen-Nigiri mit Garnelenkopfsauce und Tapioka

Leicht angebratenes Jakobsmuschel-Nigiri mit frischen Wasabi-Spänen.

Ein hauchdünnes Stück Wagyu-Nigiri, mit Zimt geräuchert und mit einem Hauch knuspriger Trüffel verfeinert.

Liebhaber exotischer Meereswirbelloser werden von der Espardeña (Seegurke) begeistert sein, die mit einer mit Sake und Shiso-Öl angereicherten Beurre Blanc und Kaviar serviert wird.

Gewinner des Tagesgerichts! Ein exquisiter Brioche-Donut mit Oktopusfüllung, garniert mit Kaviar und serviert mit einer Tomaten-Muschel-Sauce, einer Yuzu-Mayonnaise und einer Handvoll geräuchertem Thunfisch.

Unsere Desserts spiegelten die typisch japanische Kunst wider, süße Produkte mit einer gewissen Würze zu kreieren. Der absolute Höhepunkt war ein knuspriger Keks mit einer in Toki-Whisky getränkten Feigenscheibe, serviert mit gerösteter Reiscreme und einem spritzigen Yuzu-Likör.

Ein außergewöhnlicher Service trägt natürlich maßgeblich zum Erlebnis im Kuu Jū bei. Gäste pflegen häufig diskrete, aber persönliche Gespräche mit dem Küchen- und Servicepersonal, die einen wesentlichen Bestandteil des Gesamterlebnisses ausmachen.
Nach einem so genussvollen Mahl bleibt noch Zeit für einen kurzen Abstecher zur Vinyl-Nacht in Dantes HiFi-Bar, um den Abend mit einem Absacker ausklingen zu lassen, bevor es nach Hause geht, und um einen Blick auf den bald eröffnenden Nachtclub The Temple zu werfen, der verspricht, das Nachtleben im Norden der Insel zum Ende dieser Saison zu verändern.

Das Nômade Temple Ibiza hat dem Norden Ibizas zweifellos ein neues Niveau an Eleganz verliehen. Glücklicherweise ist es nicht nur oberflächlich – sein Reiz besticht durch authentische Tiefe und Vielfalt. Qualität umgibt einen in jedem einzelnen Bereich, und wenn das Resort 2027 in seine zweite Saison startet, werden wir ganz sicher wiederkommen, um zu sehen, wie es sich weiterentwickelt hat.
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